Was ist Diabetes

Was ist Diabetes?

Rund acht Millionen Menschen sind allein in Deutschland von Diabetes betroffen – aber was ist Diabetes? Das sind fast zehn Prozent der deutschen Bevölkerung und die Tendenz ist weiter steigend. Damit gilt Diabetes, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, inzwischen als Volkskrankheit. Die häufigen Erkrankungen werden jedoch nicht nur in Deutschland beobachtet. Die Krankheit tritt ebenso in den anderen Industriestaaten auf. Zunehmend sind auch einige Schwellenländern, wie China oder Indien, betroffen. Doch was genau ist eigentlich Diabetes? Woher kommt dieser Begriff? Was sind die Ursachen und Symptome der Krankheit? Was ist der Unterschied zwischen den Diabetes Typen? Gibt es für Diabetiker eine spezielle Ernährung? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

Was bedeutet Diabetes mellitus?

Die Bezeichnung „Diabetes“ ist die Kurzform des Fachbegriffes „Diabetes mellitus“. Dieser Ausdruck kommt aus dem Griechischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie „honigsüßes Durchfließen“. Die Krankheit ist keine Erscheinung des 20. Jahrhunderts, sondern wurde bereits in der Antike und ab dem 17. Jahrhundert diagnostiziert. Die griechische Bezeichnung resultierte daraus, dass das Ausscheiden von Zucker im Urin das Hauptsymptom der Krankheit ist. Jemand, der an Diabetes erkrankt ist, produziert vergleichsweise mehr Urin, als ein gesunder Mensch. Das führt dazu, dass der Diabetiker einen stärkeren Harndrang hat. Der Urin der erkrankten Person hat einen süßlichen Geschmack. Tatsächlich wurde aus diesem Grund die Krankheit Diabetes in früheren Zeiten mit Hilfe einer Geschmacksprobe des Urins diagnostiziert.

Doch wie kommt es, dass der Urin einen süßlichen Geschmack hat? Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel zu hoch (Hyperglykämie) ist. Deswegen wird die Krankheit umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Dem Körper mangelt es an Insulin. Insulin ist das Hormon, das den Blutzuckerspiegel im Körper regelt. Ohne genügend Insulin, kann der aufgenommene Zucker nicht zur Genüge abgebaut werden. Dadurch verbleibt ein Teil des Zuckers im Blut. Die Folge ist ein überhöhter Blutzuckerspiegel, der schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann.

Typen von Diabetes mellitus

Die einheitliche kurze Bezeichnung der Krankheit, „Diabetes“, erweckt den Anschein, dass die Krankheit bei allen Betroffenen die gleiche ist. Das ist jedoch nicht der Fall. Es gibt unterschiedliche Arten von Diabetes. Diese Erscheinungsformen der Krankheit werden auch als „Typen“ bezeichnet. Allgemein wird Diabetes mellitus in Typ 1 und Typ 2 unterteilt. Diese beiden Typen sind die häufigsten Erscheinungsformen der Krankheit. Die Krankheit kann bereits im Kindesalter auftreten. Früher wurde die Erscheinungsform der Krankheit Diabetes Typ 1 auch als „Jugend-Diabetes“ und Diabetes Typ 2 als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Diese beiden umgangssprachlichen Bezeichnungen sind inzwischen jedoch veraltet. Später wurden auch weitere Formen der Krankheit mit Typ 3 oder Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet. Die aktuellen Definitionen und die Abgrenzung der einzelnen Diabetes Typen sowie die Ursachen der Krankheit und Behandlungsmöglichkeiten können hier in eigenstehenden Kapiteln nachgelesen werden. Egal welcher Typ Diabetes auftritt, das Hauptmerkmal ist immer der erhöhte Blutzuckerspiegel. Nur die Ursachen der Erkrankung variieren, sodass die Krankheit demnach in unterschiedliche Typen unterteilt werden kann.

Folgen von Diabetes mellitus

Diabetes mellitus kann dem Körper schwerwiegende Schäden an wichtigen Organen und Gefäßen zufügen, wenn es nicht oder zu spät erkannt wird und nicht korrekt behandelt wird. Wenn der Blutzuckerspiegel nicht durch das aktive Eingreifen in Form von Insulin-Spritzen kontrolliert wird, kann es zu schlimmen Folgen kommen. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann zum Beispiel zu Beschädigungen der Arterien führen. Tritt dieser Schaden beispielsweise am Herzen auf, dann kann es zu einem Herzinfarkt kommen. Der Schaden kann ebenso an kleinen Gefäßen auftreten, wie Auge oder Nieren. In diesem Fall kann es zu Nierenversagen oder Schädigungen der Netzhaut kommen. Ein weiterer schwerer Folgeschaden ist das diabetische Koma. Dieses resultiert aus einem zu hohen oder einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel und erfordert eine sofortige Behandlung im Krankenhaus. Der zu hohe Blutzuckerspiegel tritt auf, wenn zu wenig Insulin gespritzt wird. Der zu niedrige Blutzuckerspiegel tritt auf, wenn eine zu hohe Menge an Insulin gespritzt wird und es zu einer Unterzuckerung kommt (Hypoglykämie). Die Symptome einer Unterzuckerung können je nach Grad der Unterzuckerung von Sprechstörungen über Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma reichen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung wie viel Insulin in welchen Situationen gespritzt wird.

Mit Diabetes mellitus umgehen

Bei Diabetes mellitus muss der Blutzuckerspiegel überwacht werden. So kann die korrekte Menge an Insulin gespritzt und der Zuckerspiegel auf einem normalen Niveau gehalten werden. Damit das gelingt, reicht es nicht aus, nur mittels Insulinspritzen einzugreifen. Es muss auch auf eine besondere Ernährung geachtet und ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung eingehalten werden, um die Behandlung mit Insulin passend zu unterstützen. Dazu muss der Patient wissen, was der „normale“ Blutzuckerspiegel ist und mit welchen Mengen an Insulin ein zu hoher oder zu niedriger Blutzuckerspiegel korrigiert werden kann. Dazu tragen Diabetes-Erkrankte ein Diabetes-Set mit Insulin und Spritzen bei sich, um jederzeit Einfluss auf ihren Blutzuckerspiegel nehmen zu können.

Wie oben beschrieben handelt es sich bei Diabetes inzwischen um eine Volkskrankheit. Deswegen ist eine aktive Forschung auf diesem Gebiet von Bedeutung, um die Ursachen besser zu verstehen und zielgerichteter gegen die Ausbreitung und Behandlung der Krankheit vorzugehen. Aus diesem Grund wurde die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gegründet, die mit über 9000 Mitgliedern zu den größten medizinisch-wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland gehört.