Blutzucker Normalwerte

Blutzucker Normalwerte

Was ist eigentlich Blutzucker? Und welches sind die Blutzucker Normalwerte? Diabetes mellitus kann verschiedene Anzeichen vorweisen, die dabei helfen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Um eine eindeutige Diagnose zu treffen, muss jedoch eine Untersuchung des Bluts durchgeführt werden. Zucker im Urin kann auch als Hinweis gedeutet werden. Das charakteristische Kennzeichen einer Erkrankung an Diabetes, egal ob Typ 1, Typ 2 oder eine sonstige Form von Diabetes, ist ein zu hoher Blutzuckerspiegel. Wenn Diabetes über die Blutuntersuchung festgestellt wird, dann muss der Betroffene die Höhe seiner Blutzuckerwerte regelmäßig überprüfen. Mit der Kontrolle des Zuckerspiegels, kann dieser durch Gegenmaßnahmen gezielt beeinflusst werden, um das Niveau auf diese Weise auf der richtigen Höhe zu halten. Dazu muss jedoch zunächst verstanden werden, was die richtige Höhe des Blutzuckerspiegels ist.

Was ist Blutzucker?

Blutzucker beschreibt den Anteil an Glukose (Zucker), beziehungsweise den Glukosespiegel, im Blut. Zucker ist als Energielieferant für den Körper notwendig. Ist der Anteil an Zucker im Blut zu gering, dann entsteht der sogenannte Unterzucker. Ist der Glukosespiegel im Blut zu hoch, wird von einem hohen Blutzuckerspiegel gesprochen. Der hohe Zuckeranteil im Blut ist die typische Folge von Diabetes mellitus. Bei Diabetes ist kein (Diabetes Typ 1) oder nur wenig wirksames (Diabetes Typ 2) Insulin im Blut vorhanden, das dafür sorgt, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird.

Blutzuckerwerte bei einem gesunden Menschen

Bei der Frage nach den Normalwerten des Blutzuckers sollte zunächst verstanden werden, dass das Zuckerniveau im Blut nie konstant bleibt. Wird beispielsweise Nahrung aufgenommen oder Sport getrieben, dann ändert sich der Blutzuckerspiegel. Daher werden die Normalwerte für den Blutzuckerspiegel je nach Situation unterschieden.

Ein gesunder Mensch weist in nüchternem Zustand einen Blutzuckerwert vor, der zwischen 60-99 Milligramm pro Deziliter liegt (Einheiten: ml/dl). Beziehungsweise unter 5,6 mmol/l. Der nüchterne Zustand wird erreicht, wenn mindestens acht Stunden auf die Zufuhr von Nahrung verzichtet wurde. Nach der Aufnahme von Nahrung steigt der Blutzuckerspiegel einer gesunden Person zwei Stunden nach dem Essen bis zu 140 ml/dl (7,8 mmol/l) an. Für eine aussagekräftige Diagnose ist daher der nüchterne Zustand der zu untersuchenden Person sehr wichtig.

Liegt der Blutzuckerwert in nüchternem Zustand über der Grenze von 99 ml/dl, dann muss es sich nicht gleich um Diabetes handeln. Werte zwischen 100 und 125 dl/ml (5,6–7,0 mmol/l) in nüchternem Zustand weisen auf eine sogenannte „abnorme Nüchternglukose“ (IFG = impaired fasting glucos) hin. Zwei Stunden nach dem Essen können die Blutzuckerwerte zwischen 140 und 200 ml/dl 7,8–11,1 mmol/l () liegen. Diese abnorme Nüchternglukose kann einen Hinweis auf eine mögliche spätere Diabeteserkrankung geben und wird daher auch als „Prädiabetes“ bezeichnet.

Blutzuckerwerte bei Diabetes mellitus

Bei einer Person, die an Diabetes mellitus erkrankt ist, liegt der Blutzuckerspiegel höher. Werte über 126 ml/dl (> 7,0 mmol/l) in nüchternem Zustand sind die Werte eines Diabetikers. Zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme liegen bei einem Diabetiker Zuckerwerte von über 200 ml/dl (11,1 mmol/l) im Blut vor. Die angegebenen Werte des Blutzuckers beziehen sich auf die Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) von Dezember 2012.

Der orale Glukosetoleranztest (oGTT)

Eine alternative Bestimmung des Blutzuckerwerts kann über den oralen Glukosetoleranztest (oGGT), oder Zuckerbelastungstest, vorgenommen werden. Hierbei wird dem Patienten ebenfalls nüchtern Blut entnommen. Daraufhin wird der Blutzuckerspiegel gemessen. Im Anschluss daran erhält der Patient eine Glukoselösung, die er trinken soll. Zwei Stunden danach wird erneut Blut abgenommen und der Blutzuckerspiegel nochmals gemessen.

Der Langzeit Blutzuckerwert

Die Messung des Blutzuckerwerts in nüchternem Zustand gibt lediglich Auskunft über den kurzfristigen Blutzuckerwert. Um Diabetes mellitus eindeutig festzustellen reicht ein einmaliger Test nicht aus. Es ist besser den Wert zumindest bei einem zweiten Nüchtern-Blutzucker Test erneut zu überprüfen.

Der Blutzuckerwert sollte dennoch auch über längere Zeit getestet werden. Der sogenannte Langzeit Blutzuckerwert wird über eine Sonderform des Hämoglobin (HbA1c) gemessen. Daher wird dieser Test auch HbA1c genannt. Hämoglobin ist das rote Blutkörperchen, das den Sauerstoff im Organismus transportiert. Zucker kann an Hämoglobin angelagert werden. Die Art Hämoglobin an die Zucker angelagert ist heißt HbA1c. Der Anteil des Hämoglobins HbA1c beträgt bei einem gesunden Menschen nicht mehr als 6,5 Prozent. Im Falle einer abnormen Nüchternglukose liegt der Wert zwischen 6,5 und 7,5 Prozent. Bei einer Erkrankung an Diabetes besteht ein Anteil an HbA1c von über 7,5 Prozent. Hämoglobin hat eine Lebensdauer von drei Monaten, beziehungsweise 120 Tagen, daher ist die Messung des HbA1c ideal zur Beobachtung des Blutzuckerspiegels über einen längeren Zeitraum geeignet.

Ein Diabetiker muss nach der Diagnose seinen Blutzuckerspiegel selbst regelmäßig überwachen. Dazu kann er sich unterschiedlicher Messmethoden bedienen. Nur, wenn der Blutzuckerwert ständig kontrolliert wird, können die Nahrungsaufnahme und etwaige Insulinspritzen richtig eingeteilt werden. Auf diese Weise kann der Blutzuckerspiegel einer an Diabetes erkrankten Person auf einem normalen Niveau gehalten werden. In Absprache mit dem Arzt muss ein Plan aufgestellt werden, der die Aufnahme von Zucker und die Zugabe von Insulin genau regelt, sonst besteht die Gefahr einer Unter- oder Überzuckerung.