Blutzuckerwerte senken

Blutzuckerwerte senken

Bei Diabetes mellitus ist der Blutzuckerwert zu hoch – man muss hier die Blutzuckerwerte senken. Ein zu hoher Wert kann über längere Zeit zu Folgekrankheiten und schweren Schäden an Augen, Nieren, Herz und anderen Organen führen. Daher ist es wichtig, dass die Blutzuckerwerte regelmäßig kontrolliert werden. Wenn sie zu hoch sind, müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Welche Maßnahmen sich wann eignen, hängt von der Höhe des Blutzuckerwerts und dem Diabetes Typ ab.

Blutzuckerwerte senken – Diabetes mellitus Typ 1

Das Hauptmerkmal von Diabetes mellitus Typ 1 ist, dass der Körper selbst zu wenig oder gar kein Insulin zur Verfügung hat. Dieses Phänomen wird auch als „absoluter Insulinmangel“ bezeichnet. Das ist das Ergebnis einer Autoimmunreaktion bei der Antikörper die Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören, die das Hormon Insulin produzieren. Insulin ermöglicht die Aufnahme von Zucker in die Zellen. Damit bewirkt es, dass Zucker aus dem Blut verschwindet. Der Blutzuckerspiegel sinkt also. Kann der Körper, wie bei der Erkrankung an Diabetes Typ 1, kein Insulin mehr produzieren, dann ist es notwendig das Insulin von außen zuzuführen, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Diabetes Typ 1 kann nicht geheilt werden. Nach Ausbruch der Krankheit müssen die Blutzuckerwerte ein Leben lang durch die Zuführung von Insulin gesenkt werden.

Insulin kann dem Körper mit Hilfe verschiedener Methoden zugeführt werden. Insulin kann beispielsweise mittels Pen, Insulineinmalspritze oder einer Insulinpumpe verabreicht werden. Früher wurden Mehrwegspritzen verwendet. Diese charakterisieren sich jedoch durch eine dicke Nadel, die das Spritzen von Insulin unangenehm gestaltet hat. Später wurden hauptsächlich Einmalspritzen mit einer sehr dünnen Nadel verwendet. Heutzutage ist die Verwendung von Insulinpens weit verbreitet. In einen Insulinpen wird eine Patrone eingesetzt. Die Menge des Insulins kann am Pen über ein Rad genau eingestellt werden. Der Insulinpen sieht, wie der Name andeutet, einem Kugelschreiber ähnlich. Spritzen und Pens dienen zur einmaligen Zugabe von Insulin. Dem gegenüber stehen die Insulinpumpen. Insulinpumpen fügen dem Körper kontinuierlich und automatisch Insulin zu. Dazu muss die Pumpe immer am Körper getragen werden. Es wird eine dünne Nadel an das Unterhautfettgewebe angebracht. Diese ist über einen Schlauch mit der Pumpe verbunden. Die Insulinpumpe hat vor allem für kleine Kinder Vorteile, denn das Insulin wird dem Kind automatisch verabreicht.

Für eine erfolgreiche Therapie muss der Patient die Funktion von Insulin verstehen und lernen, in welchen Mengen und zu welchem Zeitpunkt er Insulin spritzen muss. Der Patient muss lernen wie viel Insulin er für jedes eingenommene Lebensmittel dem Körper zuführen muss, um den Blutzuckerwert nach dem Essen wieder zu senken. Dabei sind zwei Formen der Therapie zu unterscheiden. Bei der konventionellen Therapie werden zu festen Zeiten bestimmte Mengen gespritzt, die den Tagesbedarf decken. Bei der intensivierten Therapie wird zu festen Zeiten nur eine Basisdosis verabreicht. Das weitere Insulin wird dann, je nach Nahrungsmittel und körperliche Belastung gespritzt.

Blutzuckerwerte senken – Diabetes mellitus Typ 2

Bei einer Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 2 bestehen unterschiedliche Möglichkeiten für die Senkung des Blutzuckerspiegels. Bei diesem Typ der Zuckerkrankheit kann der Körper auch weiterhin selbst Insulin produzieren. Die Störung liegt nicht bei den Zellen die das Hormon produzieren, sondern an einer anderen Stelle. Das Problem ist, dass das Insulin weniger wirksam ist. Aufgrund dieser Gegebenheiten muss es nicht notwendig sein Insulin zu spritzen, um die Blutzuckerwerte zu senken. Eine Therapie wird an anderen Stellschrauben angesetzt, um die Wirksamkeit des Insulins wieder zu verbessern. Dazu müssen zunächst die Ess- und Lebensgewohnheiten geändert werden. Möglicherweise muss auf diese Weise gar kein Insulin gespritzt werden und es besteht eine realistische Chance auf eine Heilung der Diabeteserkrankung.

Um den Blutzuckerspiegel bei Diabetes Typ 2 zu senken ist zum Beispiel eine gesunde und wenig zucker- und kohlenhydrathaltige Ernährung wichtig. Ist der Patient übergewichtig, dann kann auch eine Diät dabei helfen gegen die Erkrankung anzugehen. Bewegung an der frischen Luft ist ebenfalls hilfreich. Mit der Kombination aus weniger zuckerhaltigen Nahrung und Bewegung wird einerseits die Menge des aufgenommen Zuckers reduziert, andererseits wird der Bedarf an Zucker durch die Bewegung erhöht. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel wieder besser ins Gleichgewicht gebracht werden.

Zusätzlich zur Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten können orale Antidiabetika eingenommen werden, wenn die Umstellung allein keine Besserungen mit sich bringt. Orale Antidiabetika sind Diabetes Medikamente in Form von Tabletten. Hierbei gibt es verschiedene Wirkstoffklassen, die unterschiedliche Funktionen ausführen. Je nach Wirkstoffklasse setzen die Medikamente an anderen Stellen an. Beispielweise wird häufig Metformin eingesetzt. Dieses Medikament bewirkt unter anderem, dass die Zellen wieder empfindlicher auf das körpereigene Insulin reagieren. Auf diese Weise kann der Blutzuckerspiegel langfristig gesenkt werden. Zudem begünstigt das Medikament die Gewichtsabnahme, die bei einer Mehrheit der an Diabetes Typ 2 erkrankten Personen notwendig ist.

Nur wenn sowohl die Umstellung der Lebensgewohnheiten und der Ernährung, als auch die Zugabe von oralen Antidiabetika nicht ausreichen, um bei Diabetes Typ 2 den Blutzuckerspiegel zu senken, ist die Zufuhr von zusätzlichem Insulin notwendig. In diesem Fall wird wie bei Diabetes Typ 1 mittels Spritzen, Insulinpens oder Insulinpumpen das Hormon Insulin von außen zugeführt, um den Blutzuckerspiegel zu senken.