Deutsche Diabetes Gesellschaft

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft, kurz DDG, befasst sich mit den Themen rund um die Zuckerkrankheit, um die Behandlung und Prävention der Krankheit zu verbessern. Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit und immer mehr Menschen sind von dieser Krankheit betroffen. Es werden in etwa 300.000 Neuerkrankungen an Diabetes mellitus pro Jahr beobachtet. Diabetes reduziert die Lebensqualität und die Lebenserwartung und bringt gefährliche Folgekrankheiten mit sich.

Was ist die Deutsche Diabetes Gesellschaft?

Die DDG besteht aus circa 9000 Mitgliedern und wurde im Jahr 1964 gegründet. Sie ist eine der größten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften Deutschlands. Die Aufgaben der DDG sind auf die Unterstützung von Wissenschaft und Forschung im Bereich von Diabetes gerichtet. Die Krankheit soll besser verstanden werden, damit eine bessere Behandlung angeboten werden kann. Die Gesellschaft engagiert sich für die Fort- und Weiterbildung von Fachkräften und Wissenschaftlern, verleiht Behandlungseinrichtungen Zertifikate und entwickelt Leitlinien für Experten, Ärzte und Patienten. Das Ziel ist außerdem die Prävention weiterer Erkrankungen an Diabetes mellitus Typ 2 durch ein breites Angebot an sportlichen Aktivitäten.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft beteiligt sich aktiv an der Gesundheitspolitik in Deutschland und leistet damit bedeutende Öffentlichkeitsarbeit für die Krankheit Diabetes mellitus. Außerdem arbeitet die DDG zusammen mit anderen Organisationen und Verbänden daran, die Ausbreitung von Diabetes mellitus einzudämmen. Die DDG kollaboriert deswegen mit der diabetesDE, die Deutsche Diabetes-Hilfe, dem Bundesverband der Niedergelassenen Diabetologen (BVND), dem Bundesverband der Diabetologen in den Kliniken (BVDK), dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD), der Patientenorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) und dem Wissenschaftlichen Institut der niedergelassenen Diabetologen (win – Diab). Zusammen haben sie eine Strategie für die Bekämpfung von Diabetes verfasst. Das sogenannte Strategiepapier „Diabetologie 2025“ stellt die aktuellen Herausforderungen und mögliche Maßnahmen gegen die rasante Zunahme der an Diabetes erkrankten Personen vor. Ziel der Strategie 2025 ist es, eine nachhaltige Verbesserung von der Prävention, der Früherkennung der Krankheit und der Betreuung erkrankter Personen zu erzielen. Der Lösungsansatz ist gesamtwirtschaftlich. Das bedeutet, dass die Lösung nur darin bestehen kann, dass alle Akteure, Institutionen und Kostenträger im Gesundheitswesen, Wissenschaft und Forschung, politische Entscheider, Gremien und Parteien zusammenarbeiten müssen, um die mit der Strategie einhergehenden Kosten gemeinsam zu decken.

Angebote der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Die DDG hat für Fachkräfte, Wissenschaftler und Patienten verschiedene Angebote. Patienten beispielsweise können die Arztsuche auf der Webseite der DDG nutzen, um zertifizierte Ärzte und Kliniken in ihrer Nähe zu finden. Für Fachkräfte und Wissenschaftler bietet die Webseite eine Jobbörse an. Neben der Jobbörse wird dieser Zielgruppe zudem ein breites Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Dazu gehören Angebote für Diabetologen, Diabetesberater, Diabetesassistenten, Diabetes-Pflegefachkräfte, Wundassistenten, Podologen, Fachpsychologen und Apotheker. Forschern werden Projektförderungen geboten und Forschungspreise verliehen. Die DDG veranstaltet zudem wissenschaftliche Tagungen. Auf der Webseite können außerdem das digitale Diabetes-Magazin mit aktuellen Themen, eine Mediathek mit Videos und besondere Veranstaltungen und Events der DDG eingesehen werden.

Die DDG stellt verschiedene Leitlinien zur Verfügung, die von Experten und Patienten zu Rate gezogen werden können. Für Patienten gibt es zum Beispiel Leitlinien zu den Themen Augenschäden durch Diabetes, Nierenerkrankungen als Folgekrankheiten von Diabetes, Diabetes in der Schwangerschaft oder für die Therapie bei Diabetes mellitus Typ 2. Außerdem hat die Gesellschaft sogenannte Pocket-Guidelines veröffentlicht, die kompakt Wissen präsentieren. Dazu zählen Pocket Guidelines für Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2, Folgekrankheiten von Diabetes, Diabetes bei Frauen, Diabetes bei Kindern und Jugendlichen und Diabetes im Alter. Die Bücher können im Buchhandel erworben werden. Zusätzlich wird eine kostenlose App für Apple und Android angeboten. Die App enthält alle aufgezählten Pocket-Guidelines, Informationen zu Diagnostik und Therapie sowie einige Praxisempfehlungen. Mit interaktiven Funktionen macht die App das Krankheitsbild und Unterschiede und Besonderheiten von Diabetes leicht verständlich.

Mitglieder der DDG

Mitglied bei der DDG kann werden, wer den Mitgliedantrag stellt und die Beiträge bezahlt. Dabei sind verschiedene Mitgliedsarten zu unterscheiden. Es gibt ordentliche, assoziierte und fördernde Mitglieder. Ordentliche Mitglieder können Personen werden, die durch besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet hervorstechen, Ärzte, die insbesondere Diabetes behandeln oder Hochschulabsolventen mit dem Schwerpunkt Diabetes. Assoziierte Mitglieder sind medizinische Assistenten oder Studenten mit Interesse an Diabetologie. Fördernde Mitglieder können alle natürlichen Personen werden. Die Vorteile der Mitgliedschaft sind günstige Eintrittspreise für Fachtagungen, die kostenlose Zustellung der „diabetes Zeitung“ der DDG zehnmal im Jahr, kostenloser Erhalt einer der Zeitschriften Diabetologie und Stoffwechsel oder Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes sowie Sonderpreise für weitere Zeitschriften. Ärzte können sich für die Arztsuche registrieren lassen.

Digitalisierung im Gesundheitsbereich

Eine spannende Frage, der sich auch die DDG widmet, ist die Digitalisierung im Gesundheitsbereich. Diese Serviceleistungen mittels Datenübertragung und Internet werden auch E-Health-Services genannt. Diabetiker müssen sehr viel Selbstmanagement betreiben. Insbesondere, wenn eine Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 1 vorliegt und eine Insulintherapie notwendig ist, muss sehr viel beobachtet und kontrolliert werden. Die Digitalisierung bietet dabei die Chance, den Patienten das Leben leichter zu machen, indem beispielsweise Patienten-Daten auf einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vorliegen. Zum Beispiel kann mittels telemedizinischer Beratung der Patient ortsunabhängig betreut werden. Alle Daten liegen elektronisch vor und können von dem Patienten und dem Arzt abgerufen werden. Kommuniziert werden kann dabei über einen Videochat.