Diabetes Ernährung

Diabetes Ernährung

Eine Erkrankung an Diabetes mellitus erfordert die Anpassung der Diabetes Ernährung. Die Ernährung kann auch einer der Auslöser der Zuckerkrankheit gewesen sein. Für eine Erkrankung an Diabetes Typ 1 gelten Milch- und Getreideprodukte für Babys als Risikofaktoren. Deswegen sollte in den ersten Monaten auf Kuhmilch und glutenhaltige Produkte, wie verschiedene Getreidesorten, verzichtet werden. Bei Diabetes Typ 2 ist eine falsche Ernährung in Verbindung mit Bewegungsmangel die häufigste Ursache für die Erkrankung. In den meisten Fällen sind die an Diabetes 2 erkrankten Personen übergewichtig. Ihre Ernährung enthält viele Zucker und Kohlenhydrate. Typischerweise werden Nudeln, Brot, zuckerhaltige Milchprodukte, Eiscreme, Süßigkeiten und Softdrinks in zu großen Mengen zu sich genommen. Wie sollte also die Ernährung eines Diabetikers idealerweise aussehen? Und wie unterscheidet sich die Ernährung im Hinblick auf die verschiedenen Diabetes Typen?

Ernährung bei Diabetes Typ 1

An Diabetes Typ 1 erkranken überwiegend Kinder und Jugendliche. Die Krankheit wird durch einen Gendefekt ausgelöst. Der Körper des Betroffenen kann das Hormon Insulin, das für den Abbau von Zucker verantwortlich ist, nicht mehr selbst produzieren. Nach der Aufnahme von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln steigt der Blutzuckerspiegel an. Werden fortan diese Nahrungsmittel zu sich genommen, muss der Betroffene die richtige Menge an Insulin von außen dazugeben, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Aus diesem Grund ist eine strenge Kontrolle der Ernährung notwendig. Trotzdem muss die Ernährung ausgewogen sein, sonst kann es zu einer Unterzuckerung oder unerwünschtem Gewichtsverlust kommen.

Wenn der Diabetiker einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel hat, das heißt, er hat seine Blutzuckerwerte im Griff, dann kann er sich ganz normal ernähren. Eine normale Ernährung besteht laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur Hälfte aus Kohlenhydraten aus Getreiden, Obst und Gemüse, zu 10-20 Prozent aus Eiweißen sowie bis zu 30 Prozent Fett in Form von Fisch, Fleisch, Ölen und Milchprodukten. Ballaststoffe aus Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse verlangsamen den Abbau von Kohlenhydraten und tragen zu einem langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels bei. Die genaue Zusammensetzung der Ernährung hängt vom Einzelfall und der Therapie ab und sollte daher mit dem Arzt besprochen werden.

Der Patient muss lernen den Anstieg des Blutzuckerspiegels je nach Nahrungsmittel in etwa abzuschätzen, um die richtige Menge an Insulin zu spritzen. Um die Berechnung zu erleichtern gibt es verschiedene Methoden, wie die Berechnung in sogenannten Broteinheiten (eine Broteinheit, BE, entspricht 12 Gramm Kohlenhydrate) oder in Kohlenhydrateinheiten (eine Einheit KE entspricht 10 Gramm Kohlenhydrate). Dabei muss außerdem beachtet werden, dass die nötige Insulinmenge sich je nach Art der Kohlenhydrate unterscheidet. Der Körper benötigt längere Zeit, um langkettige Kohlenhydrate, wie sie in Vollkornprodukten vorkommen, zu zerlegen. Das bedeutet, dass der enthaltene Zucker langsamer ins Blut abgegeben wird. Der Blutzuckerspiegel steigt nicht so schnell an und die Menge an benötigtem Insulin fällt geringer aus. Beim Verzehr von kurzkettigen Kohlenhydraten, die beispielsweise in Weißbrot vorkommen, wird der Zucker schneller ins Blut abgegeben. Der Blutzuckerwert steigt daher schneller an und es ist eine größere Menge an Insulin notwendig, um den Zuckerspiegel wieder zu senken.

Ernährung bei Diabetes Typ 2

Die Erkrankung an Diabetes Typ 2 geht häufig mit Übergewicht einher. Daher sollte mit Hilfe einer Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung zunächst das Gewicht reduziert werden. Das lässt sich beispielsweise durch eine Reduktion der zu sich genommenen Fette, Zucker und Kohlenhydrate erreichen. Liegt die aufgenommene Energie unter der für den Körper notwendigen Energiebilanz, dann nutzt der Körper die vorhandenen Fettzellen, um daraus Energie zu gewinnen. Der Patient verliert folglich an Gewicht. Der durchschnittliche Energiebedarf liegt um die 1800 bis 2000 kcal pro Tag. Für eine Gewichtsreduktion sollte die aufgenommene Energie zwischen 1200 bis 1500 kcal pro Tag liegen. Die Diät erzielt dabei eine doppelte Wirkung. Der Patient verliert nicht nur Gewicht, sondern es sinkt auch der Insulinbedarf durch die reduzierte Nahrungsaufnahme.

Warum ist eine zu kohlenhydrathaltige Ernährung bei Diabetes eigentlich ein Problem? Reicht es nicht einfach auf Zucker zu verzichten? Die Antwort darauf lautet nein. Kohlenhydrate sind nichts anderes als zusammengesetzte Zuckermoleküle. Wenn Kohlenhydrate aufgenommen werden, spaltet der Körper diese in die einzelnen Bestandteile. Folglich bleibt Zucker übrig. Dieser wird ins Blut abgegeben und der Blutzuckerspiegel steigt. Es ist also unbedingt darauf zu achten, nicht zu viele Kohlenhydrate zu sich nehmen und bevorzugt auf langkettige Kohlenhydraten aus Vollkornprodukten zurückzugreifen. Diese werden langsamer in Zucker zerlegt, was ein gefährlich schnelles Ansteigen des Blutzuckerspiegels verhindert.

Auch bei Fetten gibt es einen Unterschied. Es lassen sich gesättigte und ungesättigte Fette, tierische und pflanzliche Fette unterscheiden. Vorzugsweise sollten Fette in Form von pflanzlichen und ungesättigten Fettsäuren zu sich genommen werden. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Pflanzenöle. Gesunde Eiweiße oder Proteine können aus Fisch, Hülsenfrüchten, wie Erbsen oder Bohnen und fettarmen Fleisch gewonnen werden.

Bewegt sich der Diabetes Patient mehr, steigt die Menge an benötigter Energie für den Körper an. Bewegung kann also in Verbindung mit der richtigen Ernährung zur Gewichtsabnahme beitragen. Eine gesunde Ernährung und Bewegung können auf diese Weise die vorliegende Insulinresistenz des Körpers reduzieren. Das Insulin wird wieder wirksamer und die Erkrankung kann in den Griff bekommen werden, ohne dass zusätzliche Medikamente nötig sind. Erreicht der Patient ein normales Gewicht, dann kann er sich auch wieder ganz normal ernähren.