Diabetes Typen

Diabetes Typen

Diabetes wird als Bezeichnung für eine Erkrankung des Stoffwechsels verwendet, durch die ein erhöhter Blutzuckerspiegel entsteht – aber es gibt verschiedene Diabetes Typen. Die Ursachen für diese Erkrankung können verschieden sein. Je nach der Art der Ursachen wird die Krankheit daher mit einem anderen Typen bezeichnet.

Bereits im Jahr 1965 wurde eine Unterscheidung der Diabetes Typen vorgenommen und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht. Die Unterscheidung wurde seitdem mehrmals überarbeitet. Im Allgemeinen wird Diabetes jedoch in die beiden Hauptformen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 eingeteilt. Die letztere Art von Diabetes tritt viel häufiger auf, als Diabetes Typ 1. In etwa 5 Prozent aller Betroffenen sind an Diabetes Typ 1 erkrankt. 95 Prozent der Erkrankten sind von Diabetes Typ 2 betroffen. Weitere Typen sind der Schwangerschaftsdiabetes und andere, sehr seltene Typen.

Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes Typ 1 besteht, wenn die eigene Produktion von Insulin gestört ist. Die Langerhansschen Betazellen in der Bauchspeicheldrüse werden hierbei von eigenen Antikörpern angegriffen. Dadurch sind sie in ihrer Funktion, der Produktion von Insulin eingeschränkt. Es entsteht Diabetes. Die Erkrankung wird meist erst bemerkt, wenn bereits in etwa 80 Prozent der insulinproduzierenden Betazellen zerstört sind. Dadurch geschieht es, dass der Betroffene innerhalb weniger Wochen an Diabetes erkrankt. Die Ursache der Diabetes Typ 1 Erkrankung liegt im eigenen Körper und wird vermutlich durch einen Gendefekt ausgelöst. Es wurden bereits mehrere Genveränderungen mit dem Diabetes Typ 1 in Verbindung gebracht werden. Die genauen Gründe für die Erkrankung sind jedoch nicht sicher geklärt. Daher ist bis heute auch keine vollständige Heilung möglich. Wer an Diabetes Typ 1 erkrankt ist, muss sein Leben lang Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Dieser Typ der Zuckerkrankheit wird überwiegend bei Jugendlichen diagnostiziert. Deswegen wird Diabetes Typ 1 oftmals mit „Jugend Diabetes“ umschrieben. Prinzipiell kann Typ 1 jedoch in jeder Lebenslage entstehen. Daher ist die Bezeichnung „Jugend Diabetes“ inzwischen veraltet, denn Diabetes Typ 1 kann auch im Erwachsenenalter auftreten. Die Erkrankung an Typ 1 im Erwachsenenalter wird auch als „LADA“ (late autoimmune diabetes in adults) bezeichnet.

Da die Ursache der Typ 1 Erkrankung vermutlich in Gendefekten liegt, kann die Erkrankung auch weitervererbt werden. Besondere Vorsicht ist daher geboten, wenn ein Familienmitglied an Diabetes Typ 1 erkrankt ist. Die Ursache könnte jedoch auch in Umweltfaktoren liegen. Antikörper werden produziert, wenn der Körper gegen eine fremde Substanz vorgehen will. Tritt diese fremde Substanz erneut in den Körper ein, wird sie von den Antikörpern sofort zerstört. Daher könnte der Grund für die Bildung von Diabetes Typ 1 theoretisch auch in äußeren Umweltfaktoren liegen.

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes Typ 2 tritt sehr viel häufiger auf als Typ 1. Typ 2 wird oft erst im fortgeschrittenen Alter diagnostiziert und wird daher oftmals als „Erwachsenendiabetes“ oder „Altersdiabetes“ bezeichnet. Die Ursache dieser Erkrankungsform liegt in der sogenannten Insulinresistenz. Das heißt, dass zwar ausreichend Insulin im Körper vorhanden ist, dieses aber nicht mehr richtig wirkt. Die möglichen Gründe für eine Insulinresistenz liegen jedoch nicht nur im Alter, sondern vor allem auch in Übergewicht, falscher Ernährung oder Bewegungsmangel. Weil diese Merkmale zunehmend auch bei Kindern und jungen Erwachsenen beobachtet werden, kann Diabetes Typ 2 durchaus bereits in jüngerem Alter auftreten. Deswegen trifft die Bezeichnung „Altersdiabetes“ auf diesen Typen nicht mehr ganz zu. Das Risiko dieser Erkrankung liegt besonders darin, dass die Krankheit sich schleichend entwickelt. Wenn schließlich Diabetes Typ 2 festgestellt wird, haben sich häufig schon Folgekrankheiten, wie Schäden an Nieren oder Augen, entwickelt. Eine frühzeitige Diagnose ist daher ausschlaggebend.

Wegen der verschiedenen Begleiterscheinungen von Typ 2 kann eine weitere Unterteilung in Typ 2a und Typ 2b vorgenommen werden. Diabetes Typ 2a beschreibt Diabetes Typ 2 ohne Fettleibigkeit. Diabetes Typ 2b ist die Zuckerkrankheit in Verbindung mit Fettleibigkeit.

Aufgrund dessen, das die Ursachen der Erkrankung oftmals in äußeren Umständen liegen, haben diejenigen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, eine Chance auf eine vollständige Heilung. Mit einer Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten mittels Diäten und Sport lassen sich Besserungen erzielen. Vorerst wird auch kein Insulin gespritzt sondern es werden zunächst Antidiabetika verabreicht. Die Antidiabetika können für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden, um Einfluss auf den Blutzuckerspiegel zu nehmen. Zum Beispiel können sie die Freisetzung von Glucose aus der Leber hemmen oder die Aufnahme von Glucose aus dem Darm blockieren. Andere Antidiabetika verstärken die geschwächte Funktion des körpereigenen Insulins wieder. So muss bei Diabetes Typ 2 womöglich gar kein oder nur vorübergehend Insulin gespritzt werden. Einer Erkrankung an dem Diabetes Typ 2 kann mit Hilfe von regelmäßiger Bewegung sowie einer ausgewogenen und gesunden Ernährung mit wenig Zucker und Kohlenhydrate vorgebeugt werden.

Schwangerschaftsdiabetes/Gestationsdiabetes

Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) hängt, wie der Name schon sagt, mit der Schwangerschaft zusammen. Schwangere Frauen produzieren größere Mengen von den Hormonen, die die Gegenspieler von Insulin sind. Östrogen beispielsweise hemmt die Wirkung von Insulin. Kann die Bauchspeicheldrüse die Produktion von Insulin nicht ausreichend steigern, dann entsteht dieser Typ von Diabetes. Unbehandelt kann es zu schweren Schäden des Embryos kommen. Ungefähr 4 Prozent der schwangeren Frauen sind von diesem Typ Diabetes betroffen. Er tritt meistens zwischen der 24. Und 28. Schwangerschaftswoche auf und verschwindet in vielen Fällen nach der Schwangerschaft wieder. Allerdings besteht danach ein erhöhtes Risiko an einem anderen Diabetestyp zu erkranken. Einige bekannte Risiken für den Schwangerschaftsdiabetes sind zum Beispiel Bluthochdruck, Alter über 30 Jahre, Diabetes in der Familie und Fettstoffwechselstörungen.

Neben den beschrieben Typen, Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes gibt es eine Reihe weiterer Diabetestypen, die jedoch sehr selten auftreten. Diese Typen werden teilweise unter dem Begriff Diabetes Typ 3 zusammengefasst (diese Bezeichnung ist jedoch in Deutschland nicht offiziell anerkannt).