Diabetes bei Kindern

Diabtes bei Kindern

Es kann schon im frühen Kindesalter zu Diabetes bei Kindern kommen. Diabetes tritt nicht nur im Alter, meist Diabetes Typ 2, oder bei Jugendlichen, meistens Diabetes Typ 1, auf. Diabetes mellitus ist sogar die Stoffwechselerkrankung, die am häufigsten bei Kindern auftritt.

Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern

Meistens erkranken Kinder an Diabetes Typ 1, der durch einen genetischen Defekt verursacht wird. Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung bei der körpereigene Antikörper die Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören, die für die Produktion des blutzuckersenkenden Insulins zuständig sind (sogenannte Betazellen). Diese Erkrankungsform von Diabetes kann bis heute noch nicht geheilt werden. Die Krankheit kann nur durch das regelmäßige Spritzen von Insulin kontrolliert werden. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann es für das Kind zu schweren Folgeschäden wichtiger Organe und einer eingeschränkten Entwicklung kommen. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland in etwa 30 000 Kinder an Diabetes mellitus Typ 1. Häufig tritt die Krankheit erst im jugendlichen Alter auf, besonders bei einem Alter zwischen 12 und 24 Jahren. Jedoch können Kinder ebenfalls schon ab dem ersten Lebensjahr an Diabetes Typ 1 erkranken.

Typ 1 entsteht oftmals innerhalb kürzester Zeit. In wenigen Tagen oder Wochen kann die Krankheit voll ausbrechen. Anzeichen für Diabetes sind großer Durst, Gewichtsabnahme, häufigeres Wasserlassen, Müdigkeit und Übelkeit. Weitere mögliche Symptome sind plötzliche Sehstörungen, Pilzinfektionen im Genital- oder Windelbereich, Stimmungsschwankungen und trockene, juckende Haut. Eltern müssen die Erkrankung frühzeitig erkennen, um weiteren schweren Folgeerkrankungen vorzubeugen. Besonders wenn eine Diabeteserkrankung in der Familie bekannt ist, sollten Eltern aufmerksam nach Anzeichen suchen und Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen.

Nach der Diagnose von Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern ändert sich vieles für die Kleinen und alle Betroffenen, denn diese Form der Erkrankung erfordert regelmäßiges Blutzucker messen und lebenslanges Spritzen des Hormons Insulin. Eltern und Kinder können in speziellen Schulungen lernen mit der Krankheit umzugehen und den Alltag neu zu organisieren. Auf diese Wiese können die betroffenen Kinder auch weiterhin ein möglichst normales Leben führen und werden in ihren Gewohnheiten und Aktivitäten kaum eingeschränkt.

Diabetes mellitus Typ 2 bei Kindern

Mittlerweile lassen sich ebenfalls Erkrankungen an Diabetes Typ 2 beobachten. Bei der Erkrankung an Diabetes Typ 2 wird vom Körper zwar weiterhin Insulin produziert, allerdings wird seine Wirkung abgeschwächt, sodass es ebenfalls zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel kommt. Diabetes mellitus Typ 2 ist Folge aus ungesunder Ernährung mit zu vielen Süßigkeiten, verbunden mit Bewegungsmangel und daraus resultierendem Übergewicht im Kindesalter. Früher kam der Diabetes Typ 2 nur im Erwachsenenalter vor, inzwischen erkranken in Industrieländern auch immer mehr Kinder daran. Ein an Diabetes Typ 2 erkranktes Kind ist nicht auf lebenslange Insulin-Spritzen angewiesen. Typ 2 wird zunächst mit Maßnahmen gegen die genannten Ursachen bekämpft. Das geschieht mittels Diäten, regelmäßiger Bewegung und einer dauerhaft gesunden Ernährung. Auf diese Weise kann die Erkrankung an Diabetes auch wieder verschwinden. Fortan besteht jedoch für das Kind ein erhöhtes Risiko an einer erneuten Erkrankung.

Diabetes bei Kindern: Sport und Freizeitaktivitäten

Kinder bewegen sich in der Regel gerne und viel. Egal, ob das Kind an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erkrankt ist, Diabetiker können und sollen auch weiterhin Sport treiben. Genauso wie die anderen Kinder können sie ohne Einschränkung am Sportunterricht teilnehmen. Die Krankheit hat außerdem keine Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit. An Diabetes erkrankte Kinder können prinzipiell die gleiche Leistung bringen, wie gesunde Kinder. Zu beachten ist nur, dass die erhöhte Bewegung mehr Energie verbraucht. Das bedeutet, dass die Kinder vor dem Sport weniger Insulin spritzen sollten oder zusätzlich Kohlenhydrate zu sich nehmen sollten, um einer Unterzuckerung während oder nach dem Sport vorzubeugen. Es empfiehlt sich beim Sport immer Traubenzucker in der Nähe deponiert zu haben oder bei sich am Körper zu tragen. Traubenzucker kann im Notfall eingenommen werden, um einer Unterzuckerung augenblicklich entgegenzuwirken.

Aufgepasst werden muss, wenn die körperliche Belastung über längere Zeit anhält, wie es zum Beispiel bei einer Wanderung der Fall ist. Wird der Körper länger belastet, dann sollte das Kind die Gelegenheit bekommen Pausen zu machen und dabei kleine Zwischenmahlzeiten zu sich zu nehmen, um einer etwaigen Unterzuckerung vorzubeugen. Hat das Kind bereits vor dem Sport einen zu hohen Blutzuckerspiegel, sollte kein Sport getrieben werden. Beim Sport wird Adrenalin ausgeschüttet, was den Blutzuckerspiegel zusätzlich erhöht. Da im Körper nicht genügend Insulin vorhanden ist, kann es womöglich zu einer Entgleisung des Stoffwechsels kommen. In Absprache mit Ärzten könnten an Diabetes erkrankte Kindern jedoch sogar Leistungssport betreiben.

Damit ein an Diabetes erkranktes Kind weiterhin problemlos in den Kindergarten oder die Schule gehen kann, sollten alle Lehrer gut über die Krankheit informiert werden. Besonders vor Ausflügen sollten Erzieher, Lehrer und Begleitpersonen nochmals auf die Erkrankung und eventuelle besondere Betreuungsmaßnahmen des Kindes hingewiesen werden. Lehrer, Eltern und Kind sollten das geplante Programm im Vorhinein durchsprechen und die Ernährung sowie die Dosis an Insulin dem Programm anpassen. Bei sehr jungen Kindern oder längeren Reisen sollte ein Elternteil mitreisen.

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass Kinder trotz einer Erkrankung an Diabetes ganz normal Aufwachsen können ohne auf Sport, Ausflüge oder sonstiges verzichten zu müssen.